Soloselbständige in Zeiten von Corona

von Regina Seelos (Kommentare: 0)

In Zeiten von Corona ...

... soloselbständig zu sein, ist eine Herausforderung für viele von uns, wenn man nicht gerade in Bereichen wie Medizin, Lebensmittel oder anderen relevanten Branchen oder Nischen tätig ist. Viele Betriebe in der Automobilindustrie, in Zulieferfirmen oder auch im Maschinenbau waren schon bevor uns das Virus erreichte von Lieferschwierigkeiten bei Bauteilen aus China betroffen. Gut, im Vergleich zu Ladenbesitzern under Gaststätten geht es uns gut - wir dürfen arbeiten. Nur läuft im Moment alles auf Sparflamme. Viele Auftraggeber arbeiten kurz oder es stehen ganze Abteilungen unter Quarantäne. Selbst Gerichtsverhandlungen sind aufs Nötigste heruntergefahren worden. Dass es solche Ausmaße annehmen würde, hätte ich wohl nicht als einzige ganz und gar nicht erwartet, da Homeoffice bei uns ja ohnehin der Standard ist.

Schon mit Beginn der Erklärung zur Pandemie ist mein Postfach fast komplett verstummt. Wie viele Kollegen bin ich über die staatliche Unterstützung in Baden-Württemberg auch von uns Soloselbständigen sehr froh. In der Regel dient eine solche Unterstützung immer der Sicherung von Arbeitsplätzen und man denkt zunächst an die großen Betriebe. Doch jeder einzelne von uns hat mindestens einen oder auch mal zwei oder mehr Arbeitsplätze geschaffen und zusammen stellen wir einen beträchtlichen Anteil. Wir sind damit ein schützenswerter Teil der Wirtschaft und es ist gut, dass das nun im Rahmen dieser Krise auch von der Politik erkannt und anerkannt wurde.

Dies haben wir sicher auch den unermüdlichen Bemühungen der Verbände zu verdanken. Für diese politische Arbeit bin ich meinem Berufsverband, dem Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (bdue.de) und auch branchenübergreifenden Verbänden wie z. B. dem Landesverband der freien Berufe (freie-berufe-bw.de) und dem Verein der Gründer und Selbständigen (vgsd.de) sehr dankbar. Sie engagieren sich nicht nur in dieser Krise sondern immer, indem sie für vernünftige, gerechte Krankenkassenbeiträge, Mindestsätze, Altersvorsorgeregelungen und mehr kämpfen.

Ich bin vor fast 20 Jahren dem BDÜ hauptsächlich wegen der Fortbildungsmöglichkeiten beigetreten – und nutze diese immer noch sehr gerne – doch erkenne ich immer mehr den noch viel größeren Mehrwert, den der BDÜ und die anderen Verbände bieten, indem sie unsere Interessen vor allem gegenüber der Politik vertreten. Gerade weil wir keine großen Betriebe haben, deren Größe schon alleine für Sichtbarkeit sorgt, sondern als Übersetzer sehr oft als hochgradige Spezialisten im Hintergrund arbeiten, die wenn überhaupt, lediglich in der Literatur oder als Dolmetscher eine gewisse Aufmerksamkeit erhalten.

Hoffen wir, dass wir alle mit so wenig gesundheitlichen Schäden wie möglich aus dieser Krise kommen. Alles andere wird sich dann regeln. Bleiben Sie gesund!

#Zuhausebleiben #Corona #Berufsverband #Vertretung #Politik

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