Mein erstes Barcamp

von Regina Seelos (Kommentare: 0)

Ist das was für mich?

Das dritte Januarwochenende 2020 stand ganz im Zeichen des BDÜ. Am Freitag hatten wir eine sehr lebendige und inspirierende erweiterte Vorstandssitzung mit Regional- und Sprachgruppenleitern und den verschiedenen Referenten und danach unser Neumitgliedertreffen mit anschließendem Abendessen, wo ich wieder viele neue Kollegen kennen lernen durfte.

Am Samstag dann das Barcamp – und ich war schon gespannt. Ich hatte schon so viele begeisterte Berichte über Barcamps gelesen und konnte mir dennoch nicht so richtig vorstellen, „wie das so läuft“. Aber es lief prima und ich kann die Begeisterung aller für diese Form des Brainstormings oder auch voneinander Lernens nun voll und ganz verstehen.

Es wurden so viele Themen vorgeschlagen – und auch ein ganz praktisches Projekt – dass man sich manchmal fast nicht entscheiden konnte, für welche Session sich man tatsächlich entscheiden sollte.

Der Morgen

Zukunft des Berufs

Viele fanden sich zum Thema „Zukunft des Berufs und Kooperationsformen“ ein. Welche Vorbilder gibt es schon? Welche Möglichkeiten bestehen überhaupt? Ein Thema, mit dem sich aktuell viele Kollegen beschäftigen. Ich selbst bin im Moment auch mit verschiedenen Kollegen am Sondieren, wo wir für uns Kooperationsmöglichkeiten sehen. Auch auf der großen BDÜ-Konferenz im November wurde dies angeschnitten. Spannend, weil man bei näherer Betrachtung dann doch oft erst die häufig ganz unterschiedlichen Nischen sieht. Wir sind mitnichten alle im gleichen Feld unterwegs, obwohl es natürlich viele Überschneidungen geben kann, wo Kooperationen positiv wirken können.

Translators for Future Translators for Future

Um eine ganz andere Zukunft ging es bei einem meiner Lieblingsprojekte, dem Workshop „Translators for Future“, den unsere Kollegin Jessica Wallace vorgeschlagen hatte, die schon einen Vorstoß in Freiburg gewagt hatte. Nach gemeinsamem Brainstormen haben wir uns zu mehreren Kollegen aufgemacht und wollen das Projekt gemeinsam verbandsübergreifend und offen für alle weiterverfolgen. Erste Schritte sind schon unternommen, eine Domain ist reserviert, Imke Brodersen hat für uns eine interne Kommunikationsplattform eingerichtet. Ich freue mich schon sehr darauf, denn auch in meinem persönlichen Arbeitsbereich konnte ich schon einiges nachhaltiger und umweltschonender gestalten. Die vielen Initiativen, auch aus der Industrie, von Arbeitnehmern machen deutlich, dass sich viele damit befassen und überlegen, was man auch als ganz kleines Rädchen beitragen und Veränderungen bewirken kann. Und deshalb gibt es nun auch die „Translators for Future“! Danke Jessica und Imke!

Der Nachmittag

Dauerthema unserer Branche: Abrechnungsmodelle

Nach der Mittagspause hatten sich fast alle zur Diskussion von Abrechnungsmodellen eingefunden. Die Gespräche und Beiträge machten wieder einmal deutlich, wie unterschiedlich da die Methoden und auch Beweggründe für das eine oder andere Vorgehen sind. Gerade für junge Kollegen, die sich selbst und ihre Arbeitsweise noch nicht so gut kennen, scheint es schwierig, den „richtigen“ Ansatz zu finden. Wobei es „richtig“ sowieso nicht gibt – deshalb in Anführungszeichen. Die „alten Hasen“ kommen über ihre Erfahrungswerte mit der „Pi mal Daumen“-Methode gut zurecht. Auch wenn es mit sehr viel Erfahrung manchmal schwierig ist, den tatsächlichen zeitlichen Aufwand eines Auftrags abzuschätzen. Ein Absatz oder auch nur ein Wort, das einen riesen Rechercheaufwand verursacht,  können leicht jede Schätzung Makulatur werden lassen. Diese Fälle muss man wohl einfach unter „Lehrgeld“ verbuchen.

Kurz vor Schluss am Nachmittag, als die Energielevel trotz bester Versorgung mit Kaffee und Zuckerzufuhr über die vielen Kuchen und süßen Stückchen weiter niedrig blieben, tauschte man sich in großer Runde über die zuletzt gelesenen Bücher aus, gab Buchtipps und schauten denen zu, die sich mittendrin am Aufbau des neuen Regals für die Geschäftsstelle beteiligten. Mit vereinten Kräften – und alle IKEA-geschult ;) - stand es dann schließlich.

Gut gelaunt und genährt – vermutlich ausreichend für die nächsten Tage – ging es nach Hause.

Fazit für mich: Ich liebe das Konzept „Barcamp“! Ich kann die Barcamp-Veteranen nun voll und ganz verstehen. So ein Austausch der „Best Practices“, aus dem auch wieder viel Neues entstehen kann, ist so wertvoll!

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